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Bombino

Es ist nicht nur schön, dass Omara Moctar alias Bombino dieser Tage wieder auf Deutschlandtour geht, es hat auch eine unverkennbar positive, gesellschaftliche Note, dass er dies tut.

Denn wenn wir gerade etwas brauchen, sind es Künstler wie er. Künstler, die Hass und Ausgrenzung erfahren haben, die deshalb aus ihrer Heimat flüchten mussten – und die nach all dem Leiden und der Wut dennoch auf Versöhnung setzen. Auf Kunst. Auf Musik. Auf die vereinende Kraft all dieser Dinge.

„Wenn wir spielen, kommen die Leute und hören uns zu, auch wenn sie nicht unsere Sprache sprechen. Ich glaube das liegt daran, dass wir sehr alte und tief verwurzelte Musik spielen“, sagte Bombino kürzlich in einem Interview und traf die Sache damit sehr gut. Der Gitarrenvirtuose und Sänger aus dem Niger – der neben Terakaft und Tamikrest zu jenen Künstlern zählt, die für einen kleinen Hype um die Musik der Tuareg gesorgt hat – verbindet seine Musiktradition jedoch ebenso mit westlichen Elementen.

Für „Nomad“ aus dem Jahr 2013 arbeitete er deshalb mit Dan Auerbach von den Black Keys zusammen, sein aktuelles Glanzstück „Azel“ entstand in Kollaboration mit Dave Longstreth von den Dirty Projectors in einem Studio in der Nähe von Woodstock. Schon hier erkennt man das Prinzip der kulturellen Versöhnung – ein „Hände reichen“ der Stile und Traditionen.

Zugegeben: Wem das alles ein wenig zu bedeutungsschwanger klingt, dem sei empfohlen, sich einfach mal Bombinos aufputschendem Mix aus Tuareg-Musik, Blues und Tamasheq-Poesie auszusetzen – dann versteht man am Ende ebenso gut, was er meint, ganz ohne die großen Worte einer Pressemitteilung.