NETTA

Mit der kraftvollen Dance-Pop-Nummer „Joy“ gelang der aufsehenerregenden und selbstbewussten Israelin Netta Barzilai nicht nur der Gewinn des diesjährigen „Eurovision Song Contest“, sondern in der Folge ein absoluter Welthit, der sich in fast ausnahmslos allen europäischen Ländern hoch in die Hitlisten katapultierte und sogar bis an die Spitze der US-Dance-Charts stieg. Die höchst vielseitige, exaltierte Künstlerin, die auf der Theater-Bühne ebenso zu Hause ist wie hinter den Plattentellern einer DJ-Kanzel, zeigte sich von diesem Gewinn ebenso erfreut wie zutiefst überrascht und kommentierte ihren Sieg mit den treffenden Worten: „Danke, dass ihr den Unterschied gewählt habt; danke, dass ihr die Verschiedenheit feiert“. Im Juni unterschrieb sie einen Vertrag mit der BMG-Tochter S-Curve und arbeitet nun mit einer ganzen Reihe an Produzenten an ihrem Debütalbum. Die Songs daraus wird die 25-Jährige erstmals live in Deutschland zwischen dem 15. und 18. November im Rahmen zweier Clubshows in Köln und Berlin vorstellen.

Eigentlich, sagt die nördlich von Tel Aviv geborene und aufgewachsene Netta Barzilai über sich selbst, sei sie stets das typische „fette Mädchen gewesen, über das sich alle lustig machen“. Anstatt sich aber in Selbstzweifeln zu vergraben, nutzte sie ihre schon früh erkennbare Kunstaffinität, um sich auf der Bühne in verschiedenen Darstellungen auszudrücken. So gründete sie – neben vielen anderen Unternehmungen – den Improvisationschor The Experiment, arbeitete als Sängerin und DJane auf Hochzeitsfeiern, war künstlerische Leiterin eines Blues-Liveclubs, spielte diverse Hauptrollen in Musik-Theaterstücken und war lange Zeit die Solistin der international renommierten Show-Gruppe Gaberband. Doch ihr eigentliches Hauptinteresse lag stets in der Kreation und Komposition elektronischer Pop-Musik, wozu sie in Tel Aviv ein Studium elektronischer Musik abschloss und zu einer Virtuosin an der Loop-Station avancierte.

Anfang 2018 gewann sie dann beim israelischen Pendant der TV-Casting-Show „Rising Star“, was ihr gleichzeitig das Recht einräumte, ihr Land beim nächsten „Eurovision Song Contest“ zu vertreten. Schon während der Proben zur Show sahen viele Buchmacher in ihrem Titel „Joy“, einer mitreißenden Ode auf weibliches Selbstbewusstsein, den großen Favoriten. Und so kam es auch: Am 12. Mai entschied sie den Contest mit beachtlichem Vorsprung für sich. Es war der vierte ESC-Gewinn Israels. In der Folge stieg „Joy“ europaweit und selbst in den USA hoch in die Charts. Seither konzentriert sich Netta, die für ihre Popstar-Karriere künftig ihren Nachnamen weglässt, auf ihr Debütalbum, das voraussichtlich Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres erscheinen wird.